Who is the ScrumMaster?

by Arne Krueger on 17. Januar 2008

Wohlstrukturierte Projektpläne und GANTT Diagramme, vom Projektmanager diktierte Arbeitspakete und vertrieblich vorgebene, nicht zu haltende Releasetermine – der normale Alltag eines Softwareentwicklers? Nicht bei uns. Die Entscheidung, Scrum als Projektmanagementmethode einzuführen, zeigt zwar bis jetzt noch keine messbaren Ergebnisse, hat aber im Team für umfangreichen Diskussionsstoff gesorgt.

Gerade bei der Entwicklung komplexer Softwaresysteme wie der DEPAROM Profil Produktionsstrecke oder dem DEPAROM Recherche Client stoßen die herkömmlichen und etablierten Methoden für die Projektplanung und -steuerung an ihre Grenzen. Es zeigt sich immer wieder, dass Softwareentwicklung neben aller Logik und gutdokumentierter APIs ein kreativer Vorgang ist und damit in Grunde nicht planbar.

Scrum geht hier neue, und damit nicht immer willkommene Wege, weil es auf die Fähigkeit eines Teams setzt, sich selbstständig zu organisieren. Es ist eigentlich ganz einfach. Es gibt nur drei verschiedene Rollen und so gut wie keine Regeln. Das Team verpflichtet sich dem ScumMaster gegenüber innerhalb eines sogenannten Sprints ein bestimmtes Teilziel zu erreichen. Hier haben die Stakeholder des Projektes noch ein Wörtchen mit zu reden. Während des Sprints jedoch ist es die Aufgabe des ScrumMasters, das Team vor jeglichen äußeren und störenden Einflüssen zu schützen. Außerdem hat er täglich dafür zu sorgen, dass jeder im Team den Gesamtüberblick behält. Dazu stellt er im Daily Scrum jedem Teammember folgende drei Fragen:

  1. Was hast du seit dem letzten Daily Scrum geschafft?
  2. Was schaffst du voraussichtlich bis zum nächsten Daily Scrum?
  3. Was behindert dich und welche Unterstützung brauchst du?

Diese Reviews in kurzen Abständen haben dazu noch den Vorteil, dass der Druck auf einem gleichmäßigen Niveau bleibt und nicht zum Sprintende hin kritische Werte erreicht.Während ein Sprint üblicherweise 30 Tage dauert, sollte das Daily Scrum nicht länger als 15-20 Minuten dauern – schwierig. Fehlt neben Team und ScrumMaster noch die dritte Rolle: Der Product Owner. Er vertritt die Stakeholderinteressen und ist dafür verantwortlich, dass die nützlichsten Features zuerst realisiert werden.

Soweit die Theorie. In der Praxis tauchen hier alledings Probleme auf. Die Grenzen zwischen den Rollen lassen sich nicht immer so klar ziehen. Äußere Störeinflüsse lassen sich kaum vermeiden und das Daily Scrum dauert zwei Stunden. Es gibt noch viele offene Fragen. Doch was auf der ersten Blick wie Chaos anmutet, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein kreatives und äußerst produktives Klima. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Sie dürfen im übrigen auch gespannt sein – auf das anstehende erste Betarelease des neuen DEPAROM Recherche Clients.

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{ 2 comments }

xantos 21. Januar 2008 um 12:55

Hallo Thomas,
super Artikel bin gespannt wie es weiter läuft mit Scrum in der Firma.

Aber noch eine Frage zu den Fachtermini:
Wie ist denn der Begriff Stakeholder definiert?

Gruß
Fabian

Arne Krueger 21. Januar 2008 um 16:30

Direkt übersetzt ist ein Stakeholder ein “Interessensvertreter”… bei Softwareprojekten ist das meist der “Kunde”, der das Geld gibt bzw. die späteren Nutzer der Software.

Wenn der Geldgeber dem höheren Management angehört, dann vertieft er sich meist nicht in die einzelnen Anforderungen oder in die Spezifikation – hier kenn ich noch die Begriffe Sponsor oder Owner.

Weitere Begriffe dazu: Stakeholder Analysis oder auch Engagement Management … kommt fast alles aus IBMs’ Sprachwelt ;-)

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